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Gedankenabreißen

700 beschissene mg Seroquel nehme ich mittlerweile. Ich kann damit perfekt schlafen. Was für ein tolles Gefühl, wenn man plötzlich wegkippt und sich wie betäubt vorkommt. Oder, als hätte man einen Bolzenschuss bekommen.

Mein Mund ist ständig am austrocknen, meine Hände zittern wie verrückt, ich kann kaum mehr etwas essen - habe keinen Hunger mehr und keinen Appetit, ich habe Probleme mit meiner Motorik und ständig einen steifen Nacken. Ich bin vormittags immer noch ganz benommen und leide an restless legs. Das ist nur ein Bruchteil der Nebenwirkungen. Aber trotzdem soll man lächeln. Ist doch so ein netter Tag. Das Wetter ist doch so schön, alle Welt ist gut gelaunt...

 Wisst ihr was? Ich scheiß drauf... Mein Leben ist nicht viel wert. Ich hoffe, es wäre es aber es ist es nun mal nicht. Ich soll es akzeptieren. Das höre ich in letzter Zeit andauernd. Akzeptieren, dass ich vielleicht oder sogar wahrscheinlich nie gesund sein werde. Akzeptieren, dass ich mein Leben lang diese Medikamente nehmen muss. Akzeptieren, dass ich nie wieder zu den anderen dazugehören werde. Akzeptieren, dass meine Teenagerzeit nicht voller Abenteuer, Spaß, Alkohol und neuen Freunden ist.

Ich lese die "Bravo-Girl" und die kleinen dummen Mädchen, die ganz furchtbar traurig sind, weil ihre Mami ihnen noch nicht erlaubt, in die Disko zu gehen. Und die, die das Leben sinnlos finden, weil ihr Schwarm die Feindin cooler findet und weil sie eine Zahnspange tragen müssen. Ich lache dabei. Ich lache und kann mich gar nicht mehr beruhigen. Aber ich lache nicht weil ich fröhlich bin, ich lache aus Hass. Dumme Menschen, denen es nur um Aussehen, Geld und Kleidung geht. Die nie zufrieden sind und zu den besten gehören wollen. Die alles dafür machen, um als cool zu gelten und für die nur wichtig ist, dass die Eltern ihnen die Telefonrechnung bezahlen, die sie andauernd überziehen.

Ich hab auch einmal zu denen gehört, aber nur kurz. Dann ist meine Welt zerbrochen, und jetzt lebe ich in zwei Welten. Klingt vielleicht ganz cool, ist es aber nicht. Ich darf nicht in die Realität, es wird mir verboten. Also pendle ich hin und her, zwischen meiner Welt und der der anderen.

Muss man wirklich erst vom Schicksal getroffen werden, um zu begreifen, wieviel Glück man eigentlich hat? Muss man wirklich hören, dass man seine Ziele nie erreichen wird um zu merken, dass man sein Leben lang eigentlich glücklich hätte sein können?!

Was sind denn Liebeskummer, Minderwärtigkeitskomplexe, strenge Eltern, schlechte Schulnoten, wenig Taschengeld für lächerlich kleine Probleme, wenn man gesund ist. Wenn man normal zur Schule gehen kann um später das zu erreichen von dem man träumt. Wenn man sich auf seinen Verstand verlassen kann, der auch ohne dutzende von Medikamenten einwandfrei funktioniert. Wenn man nicht lebt, zwischen Höllenstimmen, Angst, Panik, Zwang, Wahnsinn und Klapse.

Warum kann nur niemand dankbar dafür sein? Warum gibt es so viele bekloppte Teenager die ihre Gesundheit mit Alkohol und Drogen riskieren? Ihr denkt euer Leben ist nichts wert? Was seid ihr bloß für Jammerlappen?! So lange man gesund ist, ist das Leben wertvoll. Probleme kann man lösen oder ihnen aus dem Weg gehen. Unheilbare Krankheiten begleiten dich für immer. Sie haften an dir wie alte Narben, welche die Wunden aber immer wieder von neuem aufreißen. Sie kleben an dir wie hässlicher, stinkender Schlamm und lassen sich nicht abwaschen. Sie machen dir das Leben schwer, sie strecken ihre Tentakeln immer wieder nach dir aus und lassen dich niemals wieder gehen. Und die meisten, bringen dich auch früher oder später ins Grab.

Also heult nicht blöd herum, verdammt, wenn ihr noch euer ganzes Leben vor euch habt. Seid doch endlich mal froh über das, was man euch geschenkt hat. Gesundheit.

Ich würde so gerne aus meiner schwarzen, tiefen Höhle hervorkommen und euch eure Gesundheit nehmen, wenn ihr euch wieder beschwert, wie doof und ungerecht doch alles ist. Ich schenke mein krankes Gehirn gerne her...

Morgen gehe ich wahrscheinlich zur Schule. Ich bin die Wahnsinnige, die weiß, dass alle sie beobachten und ihre Gedanken manipulieren. Ich bin die, bei der die Medikamente nicht richtig ansprechen. Die, die lernen muss, mit ihrem Schicksal zu leben.

Ich hasse die Menschen, sie sind schlecht und verdorben. Ich liebe die im Vakuum, die die anscheinend meine Mutter ist. Und den, den sie geheiratet hat. Ich mag auch die, die mich seit meiner Geburt treu begleitet hat und die eigentlich eine Freundin ist.

Jetzt im Moment sitzt jemand in meinem Schrank. Offensichtlich ein Besucher. Ich mache aber nicht auf, er wird schon rauskommen wenn er will. Das findet K. auch. Sie klopft mir auf die Schulter, sie ist stolz auf mich.

Ich werde jetzt wohl wirklich lernen müssen, so zu leben wie ich nun mal bin. Denn ich würde niemals aufgeben und mich sterben lassen. So tief sinke ich nicht. Und deshalb heißt es jetzt wohl weiterkämpfen. Tage, Wochen, Monate und Jahre...

 Bis bald,

das Mondenmädchen

19.4.09 21:14
 


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